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Neustrelitz hat Daniel-Sanders-Sprachpreis für Schülerinnen und Schüler 2018 überreicht


Der Daniel-Sanders-Sprachpreis für Schülerinnen und Schüler 2018 geht in diesem Jahr an Maria Chlewemann aus Blankensee und an Jan Honke aus Feldberg. Die feierliche Preisverleihung fand am Montag, dem 12. März, im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz statt.

Maria Chlewemann , Schülerin einer 10. Klasse der Regionalen Schule „Am Kirschgarten“ Blankensee erhält den Preis für ihren Text „Alzheimer und Demenz“, in dem sie Gleichaltrige informiert und auffordert, sich mit der Krankheit Demenz auseinander zu setzen.

Jan Honke , Schüler einer 12. Klasse am Gymnasium Carolinum Neustrelitz,. Er hat sich mit einem Essay „Unser Bildungssystem ist ein sterbender alter Mann“ um den Preis beworben. Darin erörtert er kritisch das deutsche Schul- und Bildungssystem.

Jeder der Preise ist mit 500 Euro dotiert.

Außerdem hat die Jury im Rahmen des Sprachpreis-Wettbewerbes mit Margarethe Frick und Till Beyer zwei Schülern 12. Klassen des Gymnasiums Carolinum Neustrelitz „Fördernde Anerkennungen“ ausgesprochen.

In diesem Jahr hatten sich Schülerinnen und Schüler aus 6. bis 12. Klassen unterschiedlicher Schularten, die auf dem Territorium des Altkreises Mecklenburg-Strelitz wohnen oder zur Schule gehen, mit insgesamt 31 Texten am Sprachwettbewerb der Stadt Neustrelitz beteiligt.

Der Daniel-Sanders-Sprachpreis  der Stadt Neustrelitz für Schülerinnen und Schüler wird für Sachtexte vergeben, die Sprachkompetenz im Alltag unter Beweis stellen. Bewerber sollen sich in ihren Texte ihrem Thema, Adressaten und Anlass entsprechend angemessen ausdrücken.

Bürgermeister Andreas Grund hob während der Veranstaltung besonders die Förderung von Sprachmündigkeit als Ziel der Preises hervor. „Wir möchten die Dialogfähigkeit junger Menschen fördern. Das ist ganz im Sinne von Daniel Sanders, der nicht nur ein exzellenter Sprachforscher und Lehrer war, sondern auch ein großer Demokrat. Damit Demokratie funktionieren kann, braucht sie das Gespräch, den offenen Meinungsaustausch durch Argumente, die überzeugen wollen. Ich würde mich freuen, wenn dieser Preis, ebenso wie die Erinnerung an Daniel Sanders insgesamt, als Herausforderung verstanden würde, dass wir uns mehr mit Bildung beschäftigen, dass wir unsere deutsche Sprache pflegen und einer guten Kommunikation wieder viel mehr Gewicht geben.“, sagte er.


Stadt bereitet sich auf den 200. Geburtstag ihres Ehrenbürgers im Jahr 2019 vor

Die Stadt Neustrelitz begeht im kommenden Jahr den 200. Geburtstag ihres Ehrenbürgers Daniel Sanders. Zugleich wird 2019 zum 20. Mal der Daniel-Sanders-Sprachpreis für Schülerinnen und Schüler verliehen werden.  

Geplant sind in Neustrelitz 2019 unter anderem Ausstellungen und Schulprojekte, die sich ausdrücklich an junge Menschen wenden. In Vorbereitung des Daniel-Sanders-Jahres hat am 7. März 2018 eine Zusammenkunft mit Lehrern aus fünf Grund- und weiterführenden Schulen stattgefunden. Projektpartner für die Schulen sind unter anderem das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz, das Kulturzentrum Alte Kachelofenfabrik und die Kirchengemeinde Strelitz-Alt.
Demokratiebildung, die Erziehung, das Verhältnis der Religionen, die gesamtdeutsche und regionale Geschichte und die deutsche Sprache sind Themen, die im Daniel-Sanders-Jahr 2019 besonders in den Mittelpunkt der Projekte gestellt werden sollen.   

 
Daniel Sanders (1819-1897)

Daniel Sanders wurde am 12. November 1819 in Strelitz-Alt geboren und starb dort am 11. März 1897. Er ist Ehrenbürger von Neustrelitz.
Der Lehrer Daniel Sanders war einer der wichtigsten Sprachforscher seiner Zeit und Verfasser mehrerer deutscher Wörterbücher. Er war einer der ersten Deutschen die sich mit der Erforschung unserer deutschen Gegenwartssprache befassten. Sanders setzte sich für einen klaren und unmissverständlichen Gebrauch unserer Sprache ein, denn er meinte, dass Sprachbewusstsein eine Grundvoraussetzung für die Erziehung mündiger und gleichberechtigter Bürger in einem demokratischen Staat ist.

Der Direktor der jüdischen Freischule in Strelitz war ein Demokrat der ersten Stunde, ein engagierter Vertreter der Reformbewegung von 1848, die auch von Strelitz-Alt in die deutschen Länder ausstrahlte. Als die jüdische Freischule 1852 geschlossen wurde, arbeitete Daniel Sanders als Privatgelehrter und belegte ein breites Tätigkeitsfeld. Er hat neben der Wörterbucharbeit Texte des Alten Testamentes  sowie der griechischen und römischen Literatur ins Deutsche übersetzt, er hat aber auch Volkslieder und niederdeutsche Mundart-Sprüche gesammelt und sich ganz nebenbei als freier und innovativer Geist mit einflussreichen wissenschaftlichen Gegnern auseinandergesetzt.

 

Bildunterschrift:

Von links nach rechts: Bürgermeister Andreas Grund, Preisträgerin Maria Chlewemann, Dr. Kathrin Schröder (Jury), Till Beyer (Fördernde Anerkennung), Andrea Trampenau (Jury), Maragethe Frick (Fördernde Anerkennung), Jan Honke (Preisträger), Christoph Poland (Stadtpräsident, Jury). Foto: Stadt Neustrelitz/Baganz

 


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